ERLA 5 D
Der deutsche Konstrukteur Franz Xavier Mehr konstruierte im Jahr 1933 die ME-5a, ein einsitziges Leichtflugzeug in Holzbauweise, das mit einem DKW 2-Takt - Automotor mit 20 PS Leistung angetrieben werden sollte. Im folgenden Jahr zog Mehr nach Leipzig zur Firma Erla , die das Flugzeug unter der Bezeichnung ERLA 5 in Serie baute. 1935 wurde der flüssigkeitsgekühlte DKW-Motor durch den luftgekühlten Zündapp ZD-92 mit einer Leistung von 40 PS ersetzt. Die Typenbezeichnung lautete nun ERLA 5D. Das letzte erhaltene Exemplar dieses Flugzeugs, allerdings mit VW-Motor, hat den Heimatflugplatz Birrfeld, Schweiz.

Beim Besuch von Freunden musste die Erla wieder mal in die Luft, und die Handy-Kamera war dabei !
Das Modell bzw der Bauplan zu diesem Flieger wurde von Vladimir Caha gezeichnet und in der FMT-Ausgabe 10/06 veröffentlicht.

Die Abmessungen und Eckdaten des Modells sind:
Spannweite:1279 mm
Länge:820 mm
Gewicht (bei Akku 7xGP NiMh 1100 mAh):521 Gramm
Gewicht (bei Akku 2-Cell Lipo 1250 mAh):440 Gramm
Flächeninhalt:20,3 dm3
Flächenbelastung:25,6 g/dm2 (21,6 g/dm2)
Antrieb Elektromotor:AXI 2212/26 Silver 58 Gramm + 10/6" GWS Luftschraube
Regler/Steller:Topmodel Aero für Brushless 15A (Li/Po) 22 Gramm
Akku:Li/Po ePower Superpack 19A 7.4V / 1250mAh 55 Gramm
4 Servos:TS-50 (UNI) je 5 Gramm

Ein paar Originalaufnahmen der letzten erhaltenen ERLA 5D
Ich hoffe, der Eigentümer dieser ersten drei Bilder hat nichts dagegen einzuwenden, dass ich frecherweise die Fotos vom Internet heruntergeladen habe.
Sie sollen auch nur dem Vorstellungsvermögen dienen. (Ausserdem habe ich die Imatrikulation etwas abgeändert)

Im folgenden wird Aufgezeichnet, wie dieses Leichtgewicht im Masstab 1:8,5 entsteht. Vladimir Caha hat sich hier sehr viel Mühe gegeben um das Gewicht möglichst tief zu halten. Dementsprechend sind sehr viele verschiedene Materialstärken vorhanden, welche ein rasches Arbeiten nicht gerade begünstigen. Dennoch ist der Plan, wenn auch auf den ersten Blick etwas verwirrend, nach eingehendem Studium absolut sauber gezeichnet.

Baubeginn 25.Oktober 2006.
Dieses Foto soll zeigen, wie das Modell in etwa im Fluge aussehen soll. Das abgebildete Modell ist von Vladimir Caha.

Zuerst wird der Rumpf gebaut! Dazu wurden wieder mal die vielen Rippen aus dem Plan kopiert, ausgeschnitten, mit Kontaktspray eingesprüht und auf die dafür vorgesehenen Balsa- und Sperrhölzer aufgebracht. Danach wurden die Teile mit Laubsäge und Bohrungen formbehandelt und verschliffen. Die Technik mit dem Kontaktspray hat sich auch schon beim ME-163 bewährt.

Der Rumpf ist soweit fertig zum bespannen. Die Bodenplatten für Akku, Empfänger und Regler werden in einer späteren Phase eingepasst, da ich mir erst noch die Komponenten für den Antrieb kaufen muss. Das Gewicht des Rupfes im jetzigen Zustand beträgt 79 Gramm !!!

Der eingebaute Deckel passt wirklich sehr genau. Der Bauplan ist hierfür sehr detailiert. Beim Verschluss habe ich mir etwas mehr Zeit genommen und noch eine Verkleidung darum herum gebaut. Die Angegebene Bodenplatte habe ich weggelassen. Ich werde hierfür eine Kiste bauen, die dann als Cockpit dienen wird um die Pilotenpuppe aufzunehmen.

Der Deckel ist nach Bauplan gebaut und sogar der vordere Verschluss entspricht den Vorstellungen des Konstrukteurs. Ich habe 2mm Stahldraht verwendet, welcher genau in die äussere Hülle eines Bowdenzuges passt. Die Feder habe ich aus Federstahdraht ebenfalls selbst hergestellt. Ein hinterer Verschluss ist vorerst nicht nötig, da die Passgenauigkeit des Deckels im Rumpf sehr knapp bemessen ist. Vielleicht werde ich dort einen Gummizug einbauen. Das spart zusätzlich Gewicht im Verleich zu einem Stahlriegel.

Als nächstes wird der Flügel in Angriff genommen. Damit ich danach die Rumpfunterseite entsprechend anpassen und den Rumpf bespannen kann.

Bauabend 30.November 2006.
Ich hatte irgendwie keine Zeit um Fotos zu machen, oder ich habe nicht daran gedacht, weil dieses Modell so locker von der Hand geht, das man gar nicht unterbrechen möchte. Hier ein Detail der Querruder-Anlenkung

Und nochmals Querruder-Anlenkung anderer Blickwinkel. Die low-low Budget Carson-Servos (sehr laut aber stark und leicht) habe ich gleich eingeklebt, da diese den Flügel nicht mehr verlassen werden.

Das Fahrwerk ist aus 2mm Stahldraht zusammengenäht und mit 2K-Kleber verklebt. Noch kann ich es herausnehmen, aber ich denke, dass im Flugbetrieb Kräfte auftreten könnten, die ein Einkleben notwendig machen.

Der Flügel von oben in seiner ganzen Pracht.

Seitenansicht. Alles provisorisch zusammengesteckt.

Von schräg vorne

und nochmals eine Draufsicht.

Das fertige Flugzeug fast bereit zum Erstflug. Nur der Regler bereitet noch etwas Probleme. Der muss mal genauer untersucht werden. Vermutlich ein Fabrikationsfehler. Ansosnsten reicht der Schub sicherlich aus, bei einem Abfluggewicht von 541 Gramm.

Sicht von Backbord ins Cockpit. Da werde ich, wenn ich mal Lust verspühre, etwas Feinarbeit investieren.

Nochmals von Backbord, diesmal mit sicht auf den Motor.

Sicht von Steuerbord. Abschliessend kann gesagt werden, dass dieses Modell beim Bauen sehr viel Spass bereitete. Nur mit den Angaben des Abfluggewichts in der Bauanleitung kam ich nicht ganz hin. Mit dem leichteren LiPo erreichte ich die Vorgabe von 440 Gramm keineswegs. Ich liege nun 101 gramm darüber, was allerdings keine grossen Einschränkungen auf die Flugeigenschaften haben wird.