DoFlug D-3803
Aufgenommen von Vital mit Analog-Kamera

Der Schweizerischen Luftwaffe wurde anfangs 1942 bewusst, dass ihre Jagdflugzeuge dem Vergleich mit Jagdflugzeugen anderer Luftwaffen nicht mehr standhalten konnte. Es wurde für einen Nachfolger für die Standardjäger Me-109 E und Morane MS-406 (D-3801) ein Pflichtenheft erstellt und an die Doflug (später FFA Flug und Fahrzeugwerke Altenrhein) übergeben und der Auftrag zur Entwicklung eines Prototyps erteilt. 1944 fand der Erstflug dieser, nun als D-3802A bezeichneten Jagdmaschine statt. Es wurde eine Vorserie von 12 Flugzeugen (Immatrikulation J-403 bis J-414) gebaut. Als die ersten P-51D "Mustangs" in der Schweiz notlandeten und untersucht werden konnten, wurde bald klar, dass die Version der D-3802 schon wieder veraltet war. Man entschloss sich die J-405 auf einen stärkeren Motor (Saurer YS-3 1500 PS, 12 Zylinder) umzubauen und eine Vollsichthaube zu installieren. Dieses Flugzeug flog 1947 erstmals, doch diverse Probleme mit dem Triebwerk verhinderten einen Serienbau. Als dann als Übergangslösung 100 Mustangs von den Amerikanern übernommen werden konnten, war das Ende des Projekts D-3803 endgültig gestorben. Die D-3803 J-405 wurde noch für einige Erprobungen wie Funkgeräte, Bordwaffen, Zusatztanks, usw verwendet, bis sie dann 1956 mit den anderen 11 D-3802 verschrottet wurde.

Im Buch "Flugzeuge der Schweizerischen Fliegertruppe" ist eine umfassende Beschreibung und eine 3-Seitenansicht dieses Flugzeugs abgebildet. Die 3-Seitenansicht habe ich von 1:72 auf den Masstab 1:11 vergrössern lassen und daraus die Rumpfspanten und Rippen konstruiert.
Gebaut wird natürlich die D-3803 J-405.
Die Abmessungen und Eckdaten des Modells sind:
Spannweite:920 mm
Länge:840 mm
Gewicht (bei Akku 2-Cell Lipo 2200 mAh):ca.580 Gramm
Antrieb Elektromotor:RC Hobby 1200Rpm/V Bruschless Outrunner (52 Gramm) + 9/6" APC Slowfly Luftschraube
Regler/Steller:Brushless 30A (Li/Po) (33 Gramm)
Akku:Li/Po EPO 2200-15-2S Akku 2200mAh 7.4V (100 Gramm)
4 Servos:2X SG-50 Mini (Querruder je 5 Gramm) 1X Dynam Mini (Höhenruder 8,4 Gramm) 1X Hitec HS55 (Seitenruder 8 Gramm)

Originalaufnahmen von D-3802's und 03's
Bild 4 und 5 zeigen die D-3803 J-405


Im folgenden wird Aufgezeichnet, wie dieses Leichtgewicht im Masstab 1:11 entsteht. Den Plan musste ich natürlich mit den Rumpfquerschnitten ergänzen und ebenso das Flächenprofil mit insgesamt 24 Rippen. Der Flügel ist etwas flach geraten, was bestimmt einen schnellen Flieger ergiebt.


Vogelperspektive von vorne. Man sieht schon etwa um was es hier geht!

Seitenansicht mit dem Flügelprofil. Aus Gewichtsgründen habe ich mich entschlossen nicht den ganzen Flügel zu beplanken. Der Knick im Flügel ist zweifellos von der P-51 "Mustang" abgeschaut.

Von der anderen Seite, diesmal mit Seitenruder. Auffällig ist hier das Höhenleitwerk, das ein gutes Stück vor dem Seitenleitwerk angeordnet ist. Dies ist eigendlich untypisch für die Bauweise der 40er Jahre. Ich errinnere mich an die Erla 5, welche 1933 konstruiert wurde und die selbe Anordnung besass.

Sicht von unten. auch hier wurde aus Gewichtsgründen nicht beplankt.Noch knapp zu sehen sind die weissen Bowdenzüge für die Querruder.

Der Unterbau des Rumpfes ist auf dem durchgehenden Flügel montiert.

Noch etwas näher...!!! Weils so schön ist. Natürlich ist der Rumpf noch nicht fertig verschliffen.

Heckpartie Closeup. Das Höhenruder wird im Rumpf angesteuert. Dies hat den Vorteil, dass hinten nichts aus dem Rumpf ragt, was hängenbleiben könnte. Es ist allerdings nicht ganz einfach zu montieren.

Bauabend 11.Oktober 2007
Heute stand das Fertigstellen der Rumpfbeplankung auf dem Programm. Die noch offenen Stellen der Heckpartie mussten eingepasst, mit Sekundenkleber eingeklebt und verschliffen werden. Danach machte ich mich an das Einpassen der Scharniere für das Seitenruder. Für die Scharniere verwende ich bei meinen Parkflyern eigendlich immer die im Handel erhältlichen Gewebestreifen, die ich halbiere und nach dem Einpassen mit Sekundenkleber einklebe. Dabei ist es wichtig, dass die Schlitze gross genug sind, damit man die Scharniere rasch einstecken kann. Andernfalls wird der Sekundenkleber zu früh binden und man muss die Teile wieder mühsam von einander trennen. Bevor die Scharniere an die Reihe kommen, bespanne ich die Teile mit Oracover und ritze die Spalte für die Scharniere nach.

Die 1,5mm Motorhaubenbeplankung habe ich etwas gewässert und an einer Kante mit SK fixiert. Danach kann man das Brettchen einfach über die Rumpfgurte ziehen und mit SK fixieren. Da die Haube nach vorne verjüngt ist, habe ich das Balsa-Brettchen im vorderen Drittel mit je zwei Messer-Schnitten aufgemacht und die Verjüngung mit Messer und Schleifpapier angepasst, so dass ich die einzelnen Blättchen bündig einkleben konnte.


Seitenansicht des Beplankten Modells

andere Seite ... Eigendlich wollte ich den Rumpf noch verspachteln, doch mit der Folie lassen sich auch die Spalten zwischen den Planken überdecken. Das habe ich bei der Heckpartie festgestellt.

Die Nase (leider etwas unscharf) Das Anpassen des Spinners hat dann doch etwas Zeit gekostet. Leider ist er durch das stirnseitige Schleifen etwas im Durchmesser kleiner geworden, aber ich habe ja noch einen...!!!

Ebenfalls ein Problem bleibt die Zentrierung des Spinners mit der 6mm Bohrung auf der 5mm Welle. Da werde ich noch etwas tüfteln. Der Motor ist ein HongKong Produkt, vergleichbar mit dem AXI-2212. Er läuft sehr ruhig und treibt einen APC 9 X 6 Slowfly Propeller an. Dies verleiht dem Flieger einen enormen Schub. Beim Hochhalten mit 2/3 Gas musste ich den Flieger schon nach unten ziehen.

Heckpartie Closeup. Die Verkleidung zeigt noch einige Unebenheiten durch das Oracover. Dies werde ich mit einem Föhn beseitigen. Die Ruderanlenkung für das Seitenruder ist aussen geführt.

Eigendlich wollte ich das Seitenruder mit einem Ritzel innen anlenken, doch dazu ist fast kein Platz im Rumpf und das Gewicht würde dort leiden, wo ich es am wenigsten brauchen kann. Darum hier die einfachste Lösung mit Kohleschubstange direkt auf das Servo.

Layout der Steuerung (Empfänger noch nicht definitiv positioniert). Den Akku habe ich mit Klettband fixiert, wobei die Hakenseite auf dem Akku mit Kontaktkleber angebracht wurde. Das hält bis jetzt problemlos. Auf dem Brettchen ist die Gegenseite mit 2K-kleber (Araldit) befestigt. Das ermöglicht ein justieren des Schwerpunktes durch den Akku.

Bespannter Unterflügel mit neuer Anlenkung der Querruder. Die Bowdenzüge habe ich wieder entfernt, da zu ungenau beim zurückgehen in die Normalposition. Jetzt sind zwei Flächenakkus eingebaut mit direkter Ansteuerung der Ruder. --> Problem behoben (Mehrgewicht ca.8 Gramm)

Mittelflügel mit Befestigungsschraube

Gut zu sehen die Anlenkung der Querrudder. Auf der Mittelflügelbeplankung ist zu sehen, wo früher das zentrale Querruderservo sass.

Bau-Sonntag 14.Oktober 2007
Aussergewöhnlicherweise konnte ich am Sonntag wieder bauen. Das Projekt lässt mir keine Ruhe. Das Nächste was anstand war das Verspachteln und Verschleifen des Rumpfes.
Ausserdem wollte ich wieder mal einen Versuch mit dem Tiefziehen der Cockpithaube unternehmen. Mein erster Versuch war bei der Haube der ME-163 erfolgreich.


Draufsicht Nach dem Bautag. Die Front ist bereits mit Oracover-Bügelfolie verkleidet, ebenso der Cockpitbereich.

Die Haube hat leider Luftblaseneinschlüsse. Wieso ist mir nicht ganz klar. Entweder habe ich das PVC zu früh oder zu spät aus dem Ofen (230 Grad) genommen.

Seitenansicht. Die Silouette ist nun gegeben. Die Cockpitränder habe ich ebenfalls mit in Streifchen geschnittener Bügelfolie bewerkstelligt. Dabei habe ich die Haube auf der Tiefziehform belassen, damit mir die Haube nicht aus der Form gerät.

So hätten in etwa die Gejagten die D-3803 im Rückspiegel gesehen, wäre die der Prototyp 1944 in Serie gegangen.

Ich freue mich schon, wenn ich die D-3803 aus diesem Winkel in der Luft sehen kann. Hoffendlich kommt s soweit. Der Motor ist doch schon beinahe am Anschlag bei nun 570 Gramm Abfluggewicht.

Fake !!!
So sollte meine D-3803 in etwa am Himmel wirken. "My Gal Cantina" ist eine Homage an meine Frau, die mir die Pläne vergrössert und mich bei diesem Projekt unterstützt hat.

Donnerstag 18.Oktober 2007
...und plötzlich geht alles ganz schnell!!!
gestern habe ich Besuch von Ruedi bekommen. Er ist indirekt schuld daran, dass ich wieder so aktiv baue. natürlich wollte ich ihm auch etwas präsentieren.
Tagesziel war die Rumpfbespannung fertigzustellen. Tatsächlich bin ich nun bereits soweit, dass ich den Flieger seinem Element übergeben könnte. Ich hoffe, dass sich der Himmel als sein Element herausstellt. Die Erde wäre nicht all zu vorteilhaft für die doch sehr leichte Konstruktion (580 Gramm eingehalten !!!).


Die Auspuffrohre dürfen auf keinen Fall fehlen, denn ohne diese wirkt die Schnautze doch etwas plump. Gleichzeitig sollte sie für die Entlüftung des Motorraumes sorgen. Ich entschied mich für eine Papier-Blasa Kombination. Die Abwicklung der Rohre zeichnete ich auf ein 100 Gramm Papier auf und schnitt sie aus. Danach klebte ich mit Papierkleber die Rohre zusammen und fixierte sie auf einem Balsa-Brettchen.

Nachdem nun alle Rohre eingebaut, und die Abschlussleisten angebracht waren, konnte ich verschleifen und die Anlage am Rumpf einpassen. Unterdessen lud ich den Akku für die Paintbrush-Pumpe. danach wurden die Auspuff-Anlagen mit Acrylfarbe (50% dunkelbraun 50% schwarz) gespritzt. nach dem Trocknen (20 Min) überzog ich die Kästen mit Oracover.

Weil ich gerade so schön am spritzen war, wurde dann die Anti-Spiegel Bemalung abgedeckt, angeschliffen und gespritzt (Acryl 65% blau 35% schwarz). Die Aufnahme zeigt die erste dünne Schicht beim trocknen. Dies ist wichtig, da sonst das wasserverdünnte Acryl tropfen bildet und nicht Flächen deckt. Danach konnte ich dann richtig füllen.

Das fertige Produkt meiner Spritzarbeit. Im Anschluss brachte ich die verschiedenen Kleber auf, welche ich auf dem Compi kreiert habe und meine Frau mir auf Selbstklebefolie transparent ausgedruckt hat.

Der nicht mehr ganz "Warbird" (Erstflug 1946) sieht doch ansprechend aus, oder?

Andere Sicht !!!

Natürlich muss auch bekannt sein, wer die Maschine pilotiert.

auf dem simulierten Vorbeiflug im Keller.

Seitenansicht. Nun wird noch am Cockpit herumgebastelt und dann kommt bald mal der grosse Augenblick des Erstfluges meiner D-3803

"Nose Art" Darf nicht fehlen !!! Obwohl dieses Flugzeug nie eine Nasenbemalung trug, habe ich dieses Modell nach dem Künstlernamen meiner Frau benannt.

Sonntag 19.Oktober 2008
Ein Besuch von Freunden, welcher sich meine kleine private Flugshow ansehen musste. Der männliche Teil verfolgte aufmerksam mit der Kamera und der weibliche Teil nahm derweilen ein Sonnenbad an diesem herrlichen Oktobertag.


Wieder mal ein Foto vor dem Start. Man weiss nie, wann das letzte Foto eines Modellflugzeugs an einem Stück machbar ist/ war.

jaja so siehts dann in der Luft aus.

Isn't she pretty!?!.'


Freitag, 26. Juni 2009
Vorbereitung für das Bauplan- und Eigenbautreffen in Huttwil. Nun ist die authentische Farbgebung umgesetzt.


noch fehlt der Feinschliff (Abgasrohre wurden später braunschwarz matt gestrichen und im gleichen Farbton die Abgase aufgespritzt)

Cockpit-Sicht

alleine mit dem Emblem der Fliegerstaffel 17 von 1952 war ich etwa 4 Stunden beschäftigt.

Leider lebt die J-405 nur noch in der kleinen Zerlegung, nachdem ich sie beim Start senkrecht in dein Boden gesetzt habe. Gedanken zum Wiederaufbau sind da, doch der Mut fehlt noch !!!

Da bin ich schon richtig stolz drauf!